Unterstützungsleistungen im Alltag

Zusätzlich zu den Leistungen der pflegerischen Versorgung übernimmt die Pflegekasse auch zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (§ 45b SGB XI). Diese kommen dem Pflegebedürftigen oder der Pflegeperson zu Gute. Je nach Ausrichtung der Angebote kann es sich dabei um Betreuungsangebote (z.B. Tagesbetreuung, Einzelbetreuung), Angebote zur Entlastung der Pflegenden (z.B. durch Pflegebegleiter) oder Angebote zur Entlastung im Alltag (z.B. in Form von Haushalts- und Serviceangeboten) handeln.

Die Angebote benötigen eine Anerkennung durch die nach Landesrecht zuständige Behörde. Die Ausgaben für diese Angebote müssen bei der Pflegekasse nachgewiesen werden, bevor sie ersetzt werden.

Für jeden Pflegebedürftigen steht ein Betrag von 125 Euro pro Monat zur Verfügung.

Ab Pflegegrad 2 können auch bis zu 40% einer nicht in Anspruch genommenen Pflegesachleistung zusätzlich für Unterstützungsleistungen im Alltag verwendet werden.

Erweiterung des Leistungsangebots in Zeiten des Coronavirus bis zum 30.06.2021

Anlässlich der durch das Coronavirus (COVID 19) ausgelösten Pandemie wird das Leistungsangebot der Unterstützungsleistungen im Alltag bis zum 30.06.2021 um die sogenannten „Dienstleistungen bis zu Haustür“ erweitert. Hierzu zählen insbesondere: Einkauf von Waren des täglichen Lebens, Holen und Bringen der Wäsche von und zur Reinigung, Anlieferung von Speisen, Übernahme von Botengängen, Organisation und Erledigung von Behördengängen und Behördenangelegenheiten und Organisation erforderlicher Arztbesuche. Pflegebedürftige können so auch während der Corona-Pandemie wichtige und notwendige Unterstützung erhalten – Unterstützung, die nicht zwingend einen unmittelbaren Kontakt erfordert.

Dienstleistungen bis zur Haustür können sowohl von bereits anerkannten Anbieterinnen und Anbietern als auch von ehrenamtlichen Personen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erbracht werden.

Bereits anerkannte Anbieterinnen und Anbieter können die sogenannten Dienstleistungen bis zur Haustür ohne Weiteres erbringen. Es bedarf keiner zusätzlichen Anerkennung durch die nach Landesrecht zuständigen Behörde

Ehrenamtliche Personen, die Dienstleistungen bis zur Haustür im Rahmen der Nachbarschaftshilfe anbieten möchten, haben zu beachten, dass sie mit der pflegebedürftigen Person nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein und nicht mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft leben dürfen. Bei Einhaltung der genannten Voraussetzungen gelten die Angebote automatisch als anerkannt.

Die Anbieterinnen und Anbieter von Dienstleistungen bis zur Haustür haben zum Schutz vor Infektionen und Gesundheitsgefahren geeignete Vorkehrungen zu treffen. Insbesondere haben sie geeignete Hygienemaßnahmen auf der Grundlage der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sicher zu stellen.

Wie bei anderen Ausgaben für Unterstützungsleistungen im Alltag auch, müssen die Ausgaben für Dienstleistungen bis zur Haustür durch den Pflegebedürftigen bei der Pflegekasse nachgewiesen werden, bevor sie ersetzt werden. Dazu haben die Anbieterinnen und Anbieter dem Pflegebedürftigen am Ende jedes Kalendermonats eine Abrechnung der erbrachten Leistungen zur Vorlage bei der Pflegekasse auszuhändigen. Aus der Abrechnung muss hervorgehen, dass sie für Dienstleistungen bis zur Haustür erfolgt sowie Datum und Gegenstand der Leistungserbringung.

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